Das Zustandspassiv

(sein-Passiv im Deutschen und seine Formen im Indikativ)

Inhaltsverzeichnis – Zustandspassiv

Auf dieser Seite findest du:

  1. Verwendung Zustandspassiv
  2. Formenbildung im Indikativ
  3. Passende Themen und Übungen

Was bedeutet Zustandspassiv in der Grammatik?

Das Zustandspassiv bezeichnet im Deutschen eine Form der Passivbildung, bei der der Zustand von etwas bzw. das Ergebnis einer Handlung im Vordergrund steht (und nicht die Handlung selbst). Die handelnde Person oder Sache (das AgensDas Agens (Handelnder) in der Grammatik) wird in den meisten Fällen nicht angegeben. Ein weiteres Merkmal im Vergleich zum Vorgangspassiv ist, dass das Zustandspassiv mit dem Hilfsverbsein‘ gebildet wird. Im zeitlichen Ablauf kommt das Zustandspassiv immer nach dem Aktiv und dem Vorgangspassiv, da es ein aus diesen resultierendes Ergebnis darstellt.

Vergleiche die Verwendung anhand der folgenden Satzbeispiele:

  1. Zeitlich gesehen kommt erst das Aktiv oder das Vorgangspassiv, dann folgt das Zustandspassiv:
    • „Die Tochter kocht das Essen.“
      • Entweder kommt zuerst eine Handlung im Aktiv …
    • „Das Essen wird (von der Tochter) gekocht.“
      • … oder stattdessen das Vorgangspassiv; dann folgt als Resultat:
    • „Das Essen ist gekocht.“
      • Welches das Zustandspassiv ist; es gibt in diesem Beispiel das Ergebnis des Kochens an. Das Agens wird nicht genannt.
  2. Weiterhin wird beim Zustandspassiv in aller Regel das Agens (Handelnder) nicht angegeben, in manchen Fällen kann es jedoch gebraucht werden:
    • „Der starke Wind hat viele der alten Bäume umgeknickt.“
      • Aktivsatz
    • „Viele der alten Bäume sind umgeknickt.“
      • Zustandspassiv ohne Agensangabe
    • „Viele der alten Bäume sind durch den starken Wind umgeknickt.“
      • Zustandspassiv mit Agensangabe

Aufpassen: Das Zustandspassiv lässt sich leicht mit einigen anderen Verbformen, wie z. B. dem Perfekt AktivDas Aktiv (Tatform) in der Grammatik oder dem Prädikatsadjektiv, verwechseln. Die folgenden Beispielsätze sind folglich Aktivsätze und keine Sätze im Zustandspassiv. Vergleiche:

  • „Die Orchidee ist leider eingegangen.“
    • Perfekt Aktiv
  • „Der neue Schüler ist sehr verlogen.“
    • Prädikatsadjektiv
  • Info: Siehe dazu auch die weitere Erklärung zur genaueren Bestimmung des Zustandspassivs.

Wie werden die Formen des Zustandspassivs im Indikativ gebildet?

Das Zustandspassiv wird mit dem Hilfsverb ‚sein‘ und dem Partizip PerfektDas Partizip Perfekt in der Grammatik des entsprechenden Vollverbs gebildet. In der nachstehenden Übersicht ist die Formenbildung im Indikativ dargestellt; beachte aber, dass die Bildung des Zustandspassivs im Konjunktiv 1 sowie des Zustandspassivs im Konjunktiv 2 gleichermaßen möglich ist.

Die Formen des Zustandspassivs werden in den verschiedenen Zeitformen (Tempus) im Indikativ wie folgt gebildet:

  • Präsens (Gegenwart):
    • Aktiv: „Der Bäcker knetet den Teig.“
    • Passiv: „Der Teig ist geknetet.“
  • Perfekt (vollendete Gegenwart):
    • Aktiv: „Der Bäcker hat den Teig geknetet.“
    • Passiv: „Der Teig ist geknetet gewesen.“
  • Präteritum (Vergangenheit):
    • Aktiv: „Der Bäcker knetete den Teig.“
    • Passiv: „Der Teig war geknetet.“
  • Plusquamperfekt (Vorvergangenheit):
    • Aktiv: „Der Bäcker hatte den Teig geknetet.“
    • Passiv: „Der Teig war geknetet gewesen.“
  • Futur I (Zukunft):
    • Aktiv: „Der Bäcker wird den Teig kneten.“
    • Passiv: „Der Teig wird geknetet sein.“
  • Futur II (vollendete Zukunft):
    • Aktiv: „Der Bäcker wird den Teig geknetet haben.“
    • Passiv: „Der Teig wird geknetet gewesen sein.“

Weitere Erklärungen zur »Verwendung des Zustandspassivs«

Zum »Gebrauch des Zustandspassivs (sein-Passiv)« passen die folgenden Erklärungen, welche ebenfalls interessant und hilfreich sein könnten: