Das Plusquamperfekt

(Die Vorvergangenheit in der deutschen Sprache)

Inhaltsverzeichnis – Plusquamperfekt

Auf dieser Seite findest du:

  1. Verwendung des Plusquamperfekts
  2. Verwendung in Dialekten
  3. Passende Themen und Übungen

Was ist das Plusquamperfekt, und wann wird es verwendet?

Das Plusquamperfekt ist eine Vergangenheitsform der deutschen Zeitstufen, mit der die Vorvergangenheit ausgedrückt wird. Das hört sich sehr technisch an, man muss sich jedoch vorstellen, dass es Vorgänge und Geschehnisse beschreibt, die im zeitlichen Ablauf vor einem Geschehen in der Vergangenheit liegen, und dies in irgendeiner Weise verdeutlicht werden muss. Eine solche Klarstellung ist beispielsweise nötig, wenn ein erstes Geschehen in der Vergangenheit sich auf ein weiteres, nachfolgendes (ebenfalls in der Vergangenheit) in irgendeiner Weise auswirkt. In solchen Fällen verwendet man in der Regel das Plusquamperfekt.

Die Form des Plusquamperfekts ist zweiteilig (hier die genaue Bildung), da sie sich aus dem Hilfsverb ‚haben‘ oder ‚sein‘ und dem Partizip PerfektPartizip Perfekt des Vollverbs zusammensetzt.

Anhand der folgenden Erklärungen wird die Zeitenkombination deutlich. Im Gegensatz zu anderen Zeitformen im Deutschen kann das Plusquamperfekt nur die Vergangenheit ausdrücken. Betrachte im Detail nun den Gebrauch in Sätzen:

  • Im Regelfall wird das Plusquamperfekt ausschließlich in Zusammenhang mit einer anderen, nachfolgenden Vergangenheitsform verwendet. Damit ist eine Zeit gemeint, die nicht ganz so weit zurück liegt. Dies kann beispielsweise das Perfekt oder auch das Präteritum sein. Das Plusquamperfekt komplettiert dann entweder eine dieser Zeitstufen oder drückt aus, dass etwas davor bereits abgeschlossen wurde:
    • „Manuel konnte die Tür nicht öffnen, da er seinen Schlüssel verloren hatte.“
      • Hier wirkt sich das Ereignis in der Vorvergangenheit (Verlust des Schlüssels) auf das nachfolgende Geschehen (Tür öffnen) aus.
    • „Nachdem ich beim Bäcker gefrühstückt hatte, bin ich sofort zur Arbeit gefahren.“
      • Hier zeigt das Plusquamperfekt an, dass das Frühstücken im zeitlichen Ablauf vor dem Weg zur Arbeit stattgefunden hat.
  • Da das Plusquamperfekt im Normalfall nur mit anderen Zeitstufen erscheint, benötigen wir zur Darstellung ein Satzgefüge, das heißt in der Regel einen Hauptsatz sowie einen Nebensatz. Im Nebensatz steht dann das Plusquamperfekt:
    • „Wir wollten den Konzertbesuch nicht mehr absagen, da wir die Karten bereits gekauft hatten.“
      • Hier erscheint das Plusquamperfekt im Nebensatz zusammen mit dem Präteritum im Hauptsatz.
    • „Ich bin durch die Abschlussprüfung gefallen, da ich mich überhaupt nicht darauf vorbereitet hatte.“
      • Plusquamperfekt im Nebensatz zusammen mit dem Perfekt im Hauptsatz, auf den es sich bezieht.

Spezielle Verwendung in deutschen Dialekten

Ungeachtet der obigen Regel, man gebrauche das Plusquamperfekt nur zusammen mit anderen Zeitstufen der Vergangenheit, hört man es in manchen deutschen Dialekten auch als ständige – also reguläre Form für die Vergangenheit. Es stellt somit einen Ersatz für das eigentliche Perfekt oder das Präteritum dar. Dies ist vor allem für Lerner von Deutsch als Fremdsprache wichtig zu wissen.

Beispiele für regulären Vergangenheitsgebrauch ohne Darstellung von etwas Vorvergangenem:

  • Satz, welcher die Form des Plusquamperfekts mit dem Hilfsverb ‚haben‘ bildet:
    • „Wir hatten in letzter Zeit auch viele Diebstähle gehabt.“
      • Durchaus möglich; eher verbreitet sind jedoch die folgenden Varianten:
        • „Wir haben in letzter Zeit auch viele Diebstähle gehabt.“
          • Hier wird das übliche Perfekt verwendet.
        • „Wir hatten in letzter Zeit auch viele Diebstähle.“
          • In diesem Fall steht das Präteritum.
  • Genauso sind Sätze mit dem Hilfsverb ‚sein‘ möglich:
    • „Wir waren gestern im Zoo gewesen.“
      • Und auch hier werden eher die folgenden Konstruktionen gebraucht:
        • „Wir sind gestern im Zoo gewesen.“
          • Satz steht im Perfekt.
        • „Wir waren gestern im Zoo.“
          • Das Präteritum ist in diesem Fall ebenso sehr geläufig.

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