Das Futur I im Deutschen

(Die erste Zeitform der Zukunft)

Inhaltsverzeichnis – Futur I

Auf dieser Seite findest du:

  1. Verwendung des Futurs I
  2. Futur I für Vermutungen
  3. Passende Themen und Übungen

Was ist das Futur I, und wann wird es verwendet?

Das Futur I ist eine der beiden Zukunftszeitformen in der deutschen Grammatik. Es drückt in erster Linie die Zukunft aus, wird jedoch recht häufig auch für andere zeitliche Aspekte eingesetzt. Im Allgemeinen wird es im Deutschen im Verhältnis zu sehr geläufigen, anderen Zeitformen wie dem Präsens oder dem Perfekt eher weniger oft verwendet; für spezielle Darstellungen ist es jedoch vonnöten, und man sollte es daher auch als Lerner von Deutsch als Fremdsprache beherrschen.

Das Futur I ist zweiteilig und besteht immer aus dem Hilfsverb ‚werden‘ und einem Vollverb (dazu die Bildung im Einzelnen).

Verwendungsmöglichkeiten des Futurs 1 sind die folgenden:

  • Wie der Name bereits andeutet, kann man das Futur I natürlich zum Ausdrücken der Zukunft einsetzen. Häufig klingt dies jedoch zu hochgestochen, und man nimmt bevorzugt das Präsens für die Zukunft (siehe den direkten Vergleich im Detail). Dennoch sind die folgenden Sätze richtig und können durchaus verwendet werden:
    • „Die Firma wird Ende des Jahres eine neue Lagerhalle bauen.“
    • „Wir werden unser neues Modell auf der nächsten Messe präsentieren.“
  • Etwas häufiger gebraucht man das Futur I für Prognosen bzw. Vorhersagen für die Zukunft:
    • „Schau, die dunklen Wolken! Wir beeilen uns besser, es wird bald regnen.“
      • Hier steht das Geschehnis in der Zukunft nicht fest, die Fakten in der Gegenwart sprechen jedoch dafür.
    • „Tim, beeil dich ein bisschen! Der Chef wird gleich hier sein.“
      • Hier hat der Sprecher bereits Informationen über das zukünftige Ereignis (Ankunft des Chefs). Entsprechend wird das Futur I verwendet.
  • Die eigentliche und in der deutschen Sprache am häufigsten anzutreffende Art, das Futur I zu verwenden, ist für Vermutungen. Der nachfolgende Abschnitt (das Futur I für Vermutungen) geht darauf im Detail ein. Vorab zwei Beispielsätze:
    • „Markus macht nicht auf. Ich habe schon zweimal geklingelt. Er wird wohl noch unterwegs sein.“
    • „Es ist schon spät. Die Kinder werden bereits schlafen.“
  • Eine weitere Möglichkeit des Futurs I besteht in der Erteilung von Befehlen oder Aufforderungen. Man kann es daher in der Regel an Stelle des ImperativsImperativ verwenden. Das Subjekt steht dabei in den meisten Fällen in der zweiten Person Singular oder Plural:
    • „Du wirst das nie mehr erwähnen, Sophie.“
      • Oder mit dem Imperativ als: „Erwähne das nie mehr, Sophie!“
    • „Ihr werdet mir noch heute Bescheid geben.“
      • Ebenfalls als Befehlsform möglich: „Gebt mir noch heute Bescheid!“
  • Wir können es ebenso als Teil von Bedingungssätzen (KonditionalsätzenKonditionalsätze) gebrauchen. Das Futur I gibt dann das Ergebnis bzw. das Resultat der Bedingung an:
    • „Ich werde es dir nicht sagen, auch wenn du mich zehnmal fragst!“
    • „Wenn ich genug Geld gespart habe, werde ich eine Weltreise machen.“

Das Futur I für Vermutungen

Obwohl das Futur I an sich eine Zeit der Zukunft ist, wird es von Deutschsprechern viel häufiger für Vermutungen gebraucht. Diese Vermutungen bzw. Annahmen beziehen sich in der Regel auf die Gegenwart. Der Grund hierfür ist wahrscheinlich die einfachere Satzbildung, da wir für Vermutungen mit dem Präsens einen zusätzlichen Satz benötigen würden.

Betrachte die Satzbeispiele zum Vergleich im Detail:

  • „Sei aber einfühlsam; deine Eltern werden noch nichts von deinem Vorhaben wissen!“
    • Im Bezug auf die Bedeutung reicht ein Satz mit dem Futur I aus, um die Vermutung darzustellen. Mit dem Präsens ist das ebenfalls möglich, es wird jedoch ein zusätzlicher Satz benötigt (häufig Nebensätze oder dass-Sätze):
      • „Ich denke, dass deine Eltern noch nichts von deinem Vorhaben wissen.“
      • „Ich denke, deine Eltern wissen noch nichts von deinem Vorhaben.“
  • Ebenso häufig gebraucht man das Futur I für Ereignisse, von denen man hofft, dass sie passieren bzw. nicht passieren:
    • „Ich nehme auf unsere Wandertour nur einen Liter Wasser mit. – Ach, das wird schon reichen.“
      • Hier wirkt die Aussage als Bestätigung und Annahme.
    • „Nimmst du einen Regenschirm mit? – Nee, es wird schon nicht regnen.“
      • Hier hofft bzw. nimmt der Sprecher stark an, dass es nicht regnen wird.

Weitere Erklärungen zum »Futur I in der deutschen Sprache«

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