Finite Verbformen (Personalformen)

(Konjugierte Verbformen – Personalformen bzw. -endungen)

Was sind finite Verbformen (Personalformen)?

Finite Verbformen bedeuten in der Grammatik grundsätzlich, dass man am Verb direkt erkennen kann, in welcher Person (1., 2. oder 3.), Numerus (Singular/Plural), Genus Verbi (Aktiv/Passiv), Tempus (Zeitform) und Modus (Indikativ, Konjunktiv oder Imperativ) es steht. Es zeigt somit alle fünf grammatischen Kategorien eines Verbs an und ist somit konjugiert. Man kann dies auch an den Verbendungen erkennen, daher werden die finiten Verbformen auch Personalformen bzw. Verben mit Personalendung genannt. Vergleiche dazu die folgenden Satzbeispiele und weiteren Erläuterungen:

  • Im Gegensatz zu einer infiniten Verbform lassen sich bei einer finiten Verbform alle fünf grammatischen Kategorien erkennen:
    • „Gestern fuhr Peter mit dem Fahrrad zur Arbeit.“
      • Das Verb ist gemäß den Kategorien markiert:
        • Person: 3. Person
        • Numerus: Singular
        • Tempus: Präteritum
        • Modus: Indikativ
        • Genus Verbi: Aktiv
    • „Es ist sehr unterhaltsam. Bleiben wir doch den ganzen Tag!“
      • 2. Person Plural, Präsens, Imperativ, Aktiv
  • Sehr häufig steht im Deutschen in einem Satz ein finites Verb zusammen mit einem oder mehreren infiniten Verben. Dies ist beispielsweise bei den zusammengesetzten Zeitformen, wie z. B. dem Perfekt oder Plusquamperfekt, der Fall. Das finite Verb ist dann das Hilfsverb, das infinite ein Vollverb oder evtl. auch ein Modalverb:
    • „Sie hatte sich bereits für einen anderen Job entschieden, als das Angebot kam.“ (Hilfsverb + Vollverb)
      • 3. Person Singular, Plusquamperfekt, Indikativ, Aktiv
    • „Du hättest natürlich auch mitkommen können.“ (Hilfsverb + Vollverb + Modalverb)
      • 2. Person Singular, Plusquamperfekt, Konjunktiv II, Aktiv
  • Aber auch bei Passivkonstruktionen steht ein finites Hilfsverb und ein infinites Vollverb:
    • „Die neuen Nachbarn wurden gestern von der Polizei befragt.“
      • 3. Person Plural, Präteritum, Indikativ, Passiv
  • Info: Sehr oft entsteht bei gemeinsamer Verwendung von finitem Hilfsverb und infinitem Vollverb eine Prädikatsklammer (Satzklammer), da diese Verben (mehrteiliges Prädikat) weitere Wörter umschließen, also sozusagen umklammern:
    • „Nicole wird während ihres Studiums für ein Jahr ins Ausland gehen.“
      • Hier entsteht eine Prädikatsklammer, da ‚wird‘ und ‚gehen‘ den Satzteil ‚... während ihres Studiums für ein Jahr ins Ausland ...‘ umklammern.

Was sind die Personalendungen?

Unter Personalendungen versteht man die Endungen, die ein konjugiertes (also finites) Verb hat. Im Zusammenspiel mit einem Pronomen kann man es also eindeutig den grammatischen Personen, Zeiten usw. zuordnen.

In der Tabelle stehen Beispiele für das schwache VerbSchwache Verben ‚kochen‘, welches als Stammform (WortstammWortstamm) ‚koch-‘ hat, im Indikativ. Die Endungen sind rot markiert:

  Pronomen Präsens Präteritum
1. Person Singular ich koche kochte
2. Person Singular du kochst kochtest
3. Person Singular er, sie, es kocht kochte
1. Person Plural wir kochen kochten
2. Person Plural ihr kocht kochtet
3. Person Plural sie, Sie kochen kochten

Wie sich die einzelnen Formen und Endungen zusammensetzen findet sich detailliert unter Bildung des Präsens und des Präteritums.

Weitere Erklärungen zur »Verwendung der finiten Verbformen«

Zum »Gebrauch der finiten Verbformen im Deutschen« passen die folgenden Erklärungen, welche ebenfalls interessant und hilfreich sein könnten:

0/5 Sterne (0 Stimmen)