Verwechslung des Zustandspassivs

(sein-Passiv im Deutschen; Abgrenzung zu anderen Verbformen)

Was bedeutet Zustandspassiv in der Grammatik?

Das Zustandspassiv, also das sein-Passiv, kann im Deutschen aufgrund seiner Erscheinung sehr leicht mit anderen Verbformen (Perfekt Aktiv, prädikative Adjektive und dem Zustandsreflexiv) verwechselt werden. Zur Unterscheidung bzw. zur genauen Bestimmung, ob es sich um ein Zustandspassiv handelt, gibt es jedoch die folgenden Möglichkeiten.

Vergleiche die Gegenüberstellung zur Unterscheidung:

  1. Manchmal kann man nicht direkt erkennen, ob es sich um ein Zustandspassiv handelt. Da man einen Zustandspassivsatz aber immer in einen AktivsatzDas Aktiv (Tatform) in der deutschen Grammatik verwandeln kann, helfen die folgenden Proben bei der Unterscheidung:
    • Beispielsatz im Zustandspassiv:
      • „Das Fenster ist geöffnet.“
    • Umwandlung dieses Satzes ins Vorgangspassiv:
      • „Das Fenster wird geöffnet.“ (→ Präsens; Umformung ist also möglich.)
      • „Das Fenster ist geöffnet worden.“ (→ Perfekt; Umformung ist ebenfalls möglich.)
    • Durch Umwandlung des Satzes in einen Aktivsatz:
      • „Jemand öffnet das Fenster.“ (→ Diese Umwandlung ist gleichermaßen möglich.)
    • → Bei dem Beispielsatz handelt es sich daher tatsächlich um das Zustandspassiv.
  2. Verwechslungsmöglichkeiten des Zustandspassivs bestehen ...
    • ... mit dem Perfekt AktivDas Perfekt Aktiv in der deutschen Grammatik bei Verben mit Hilfsverb ‚sein‘:
      • „Der Marathonläufer ist schon die halbe Strecke gelaufen.“
        • Probe mit Aktivsatz: → „Jemand läuft den Marathonläufer.“ (nicht möglich)
        • Probe mit Vorgangspassiv: → „Der Marathonläufer ist schon die halbe Strecke gelaufen worden.“ (ebenfalls nicht möglich)
    • ... mit dem Prädikatsadjektiv (Subjektsprädikativ):
      • „Der Bergsteiger ist völlig erschöpft.“
        • Probe mit Aktivsatz: → „Jemand erschöpft den Bergsteiger.“ (nicht möglich)
        • Probe mit Vorgangspassiv: → „Der Bergsteiger wird erschöpft.“ (auch nicht möglich)
    • ... und mit dem ZustandsreflexivDas Zustandsreflexiv in der deutschen Grammatik:
      • „Mona und Sven sind verlobt.“
        • Probe mit Aktivsatz: → „Jemand verlobt Mona und Sven.“ (nicht passend)
        • Probe mit Vorgangspassiv: → „Mona und Sven werden verlobt.“ (ebenfalls unpassend)

Weitere Erklärungen zur »Unterscheidung des Zustandspassivs von anderen Verbformen«

Zur »Unterscheidung des Zustandspassivs von anderen Verbformen« passen die folgenden Erklärungen, welche ebenfalls interessant und hilfreich sein könnten:

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